Mit dieser Ausstellung will das Grafikmuseum — nach den Künstlern Rolf Kuhrt, Gerhard Kurt Müller, Rolf Münzner und Peter Schnürpel — einen weiteren Vertreter der „Leipziger Schule“ vorstellen.

Werner Tübke (1929-2004) gilt mit seinen Werken neben Bernhard Heisig, Wolfgang Mattheuer und Gerhard Kurt Müller als wichtigster Mitbegründer eines Realismus, der auf der eigenen, individuellen Wahrnehmung beruht, mit Tendenzen zum Altmeisterlichen, zu Formenstrenge, zu Dingprägnanz und Sachlichkeit. Die „Leipziger Schule“ definiert sich im allgemeinen Bemühen, die Wirklichkeit vielfältig und Ausdrucksstark zu gestalten, wobei sich gelegentlich Tendenzen auch originell und ausdrucksstark abheben.

Es geht um Bedanken- und phantasiereiche, tiefgründige Deutungen von Themen der Geschichte bis hin in den privaten Bereich sowie zu Fragen der Umwelt.

Inhaltlich überzeugt Tübke da am stärksten, wo er in Wahlverwandtschaft zu den Meistern der Renaissance, des Manierismus und Barock agiert, mit dem Ziel, deren Formensprache wieder in die zeitgenössische Kunst einzubringen; wenn er Wirklichkeit und Irrealität miteinander verbindet, Metaphern und Szenen komponiert und kombiniert mit Absonderlichem und Groteskem. Fast gewinnt so das Surreale Übermacht, etwa in seinen typischen vielfigurigen Massenszenen. Das Grafikmuseum zeigt einen Querschnitt seines grafischen Schaffens.

Wir danken dem Panorama-Museum Bad Frankenhausen, Herrn Gerd in Lindner und seinen Mitarbeitern für die Unterstützung. Wir danken für die überaus angenehme Zusammenarbeit mit der Galerie am Sachsenplatz in Leipzig, Herrn Volker Zschäckel, der bei der Eröffnung auch in das grafische Werk von Werner Tübke einführt.

Stefanie Barbara Schreiner